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Schloss Halbturn

Im Schloss

7131 Halbturn 

www.schlosshalbturn.com

Hotel - Restaurant Knappenstöckl

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ANTIKES und WEIN

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BAROCKJUWEL SCHLOSS HALBTURN

Kategorie: Burgenland

Schloss Halbturn, der bedeutendste Barockbau des Burgenlandes, diente einst dem Kaiserhaus als Jagd- und Sommerresidenz.

 

Als eine der wertvollsten historischen Sehenswürdigkeiten des Burgenlandes kann das Barockschloss Halbturn mit seinem prachtvollen Schlosspark bezeichnet werden. Es wurde im Jahr 1711 von dem Stararchitekten Johann Lucas von Hildebrandt erbaut. Der bedeutende Vertreter der spätbarocken Baukunst errichtete das Schloss als Jagdschloss und Sommerresidenz für Kaiser Karl VI. und seine Familie. Dessen Tochter Maria Theresia ließ es von Hofbaumeister Franz Anton Hildebrandt weiter umbauen und schenkte es ihrer Lieblingstochter, Erzherzogin Maria Christina, zur Hochzeit, als diese im Jahr 1766 den deutschen Freimaurer Herzog Albert von Sachsen-Teschen heiratete. Das Paar ließ sich wenige Jahre vor dem Tod Maria Christinas in Wien nieder, und bis heute trägt das Wiener Palais den Namen des Herzogs: die Albertina, bekannt für ihre große Grafiksammlung. Schloss Halbturn blieb im Besitz des Hauses Habsburg-Lothringen und wird heute von dessen Nachfahren DI Markus Graf zu Königsegg-Aulendorf bewirtschaftet.

Im Jahr 1737 wurden die barocken Gartenanlagen gestaltet. Die Grundmotive des französischen Gartens, der in dieser Zeit Mode war, finden sich auch in Halbturn wieder. Bis heute erkennt man den typischen Hecken- und Niederwaldbereich, die sogenannten Boskette, und die Gliederung durch Sichtachsen, die spiegelsymmetrisch aufgebaut wurden und den Innenraum des Schlosses in der Außenwelt wiederholen sollen. Von den Bosketten führen die Wege in einen weitläufigen Waldbereich des Parks. Dadurch können die Jagdflächen leicht erreicht werden, aber auch die Durchfahrt mit Kutschen ist bequem möglich. Der Park diente als Vergnügungsort für royale Jagdgesellschaften, aber auch als Nahrungserwerbsfläche. Von Herzog Albrecht weiß man, dass er großen Wert auf die wirtschaftliche Nutzung des Parks legte. So ließ er auch einen Weingarten anlegen.

Bis ins 19. Jahrhundert veränderte sich die Gartenanlage kaum. Im Laufe der Zeit erfuhr die Mode einen Wandel, und dieser machte auch vor dem Schlosspark nicht Halt. Erzherzog Friedrich, der große Förderer des Heeresgeschichtlichen Museums in Wien, ließ den Park nach dem Vorbild der englischen Gartenmode gestalten, die als bewusster Kontrast zum streng geometrischen französischen bzw. barocken Stil entstanden war, der die Natur in exakte Formen zwang. Die Gartengestaltung orientierte sich nun daran, was die Natur idealerweise zu bieten hat. Der Besucher wandelt quasi in einem begehbaren Landschaftsgemälde und findet somit ein sinnliches Vergnügen in der Natur. Damit soll das englische Modell - wie ein Barockgarten - ebenfalls als Kunstwerk zu verstehen sein. Anders als in einem Barockgarten finden sich allerdings kaum Blühpflanzen, und bis heute präsentiert sich der Schlosspark Halbturn relativ farblos.

Auch die Gattin von Erzherzog Friedrich, Erzherzogin Isabella, hinterließ ihre Spuren im Park. Im Jahr 1900 ließ sie einen Tennisplatz errichten, um dort mit ihren Töchtern und Gästen Tennis zu spielen. Gern gesehener Gast war der österreichisch-ungarische Thronfolger Franz Ferdinand. Es stellte sich allerdings heraus, dass er weniger wegen des ältesten Tennisplatzes des Burgenlandes nach Halbturn kam, sondern um seine heimliche Geliebte, Sophie Gräfin Chotek von Chotkowa und Wognin, eine Hofdame von Isabella, treffen zu können. Die skandalöse Verbindung flog auf, als er seine Uhr, in der er ein Foto von Sophie versteckt hatte, am Tennisplatz vergaß. Kaiser Franz Joseph verbot zunächst die nicht standesgemäße Verbindung, willigte aber später doch ein.

Nach dem Zerfall der Monarchie wurde der Schlosspark von der Beamtenschaft der Gutsherren genutzt. Heute steht er, wie das Schloss, allen Besuchern offen und dient seit April als Ausstellungsort für zeitgenössische Objektkunst.