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Aktuelle Informationen über die Burg Greifenstein

http://www.burg-greifenstein.at/

BURG GREIFENSTEIN WIRD WIEDER ZUM LEBEN ERWECKT

Kategorie: Niederösterreich

Die Burg Greifenstein thront hoch auf einem Felsen des Wienerwaldes an der Donau nordwestlich von Wien. Nach einem Kabelbrand im Jahr 2006 schlossen sich die Pforten der Burg für ein Jahrzehnt und warteten geduldig auf jemanden, der das renovierungsbedürftige Gemäuer wieder zum Leben erwecken würde.

 

Aber alles der Reihe nach. Errichtet wurde die Burg wahrscheinlich im 11. Jahrhundert. Die Anlage war ein wichtiges Glied im Verteidigungssystem an der Donau. Ihre Kreidfeuerstation ermöglichte den Nachrichtenaustausch sowohl mit Kreuzenstein als auch mit dem Leopoldsberg. Ihr heutiges Aussehen geht auf die Renovierungen durch Johann I. von Liechtenstein zu Anfang des 19. Jahrhunderts zurück. Struktur und Charakter der hochmittelalterlichen Anlage blieben dabei erhalten. Greifenstein wurde durch die Neugestaltung zu einer Ritterburg im Stil der Romantik nach den Mittelalter-Vorstellungen des 19. Jahrhunderts. Unter anderem wurden der Torbau mit Pechnase, eine Galerie sowie eine Aussichtsterrasse angelegt. Im Jahr 1931 veranlasste Maximilian Mautner, der damalige Besitzer der Burg, eine umfangreiche Renovierung. 1960 erwarb der Wiener Gastronom und Hotelier Dr. Johannes Hübner die Burg. Er restaurierte die Anlage, eröffnete ein Restaurant und ließ etliche Schauräume mit historischen, militärischen und kunstgewerblichen Exponaten einrichten. Unter seinem Eigentum kam es auch 2006 zu dem besagten Brand.

 

 

In den Jahren danach gab es keine weiteren Entwicklungen – bis Frau Mag.a Evelyn Hendrich von der auf historische Gebäude und Luxusimmobilien spezialisierten Hendrich Real Estate GmbH auf den Plan trat und die Burg als Alleinvermittlungsauftrag erhielt. Sie sah in den letzten Jahren viele kommen und gehen; dennoch war sie sich sicher, irgendwann den Richtigen zu finden. „Wir haben viele Objekte“, erklärt sie, „aber alleine der Verkauf dieser Burganlage ist eine Geschichte wert.“ So kam es beispielsweise dazu, dass sie letztes Jahr, als ein strenger Winter herrschte, mit Skianzug und Schaufel zur Burg vorfuhr – und dann hieß es für sie, bis zum Burgtor die weiße Pracht schippen! Durch den halben Meter hohen Schnee wäre nämlich kein Durchkommen gewesen. Als der Interessent des historischen Gemäuers schließlich ankam, war bereits ein schöner Gehweg freigeschaufelt und er konnte die Burg einwandfrei besichtigen. „Nicht schlecht staunte der Interessent dann, als ich aus meinem Rucksack eine Champagnerflasche und Lachsbrötchen für eine kleine Jause herauszauberte“, erzählt Frau Hendrich schmunzelnd. „Aber das gehört einfach dazu, wenn man den Gipfel erklommen hat.“ Allerdings waren nicht alle Interessenten persönlich vor Ort, um zur Immobilie hochzusteigen. Einmal kam es sogar zu einer Liveübertragung per Handystream in die Vereinigten Staaten, sprich die ambitionierte Immobilienmaklerin machte die Besichtigung mit dem in den USA ansässigen Interessenten per Skype-Übertragung. Das funktionierte in der Tat so gut, dass dieser wirklich großes Interesse entwickelte. Auch ein Herr aus Kanada, der nur Detailaufnahmen der Substanz von Frau Hendrich wollte, stand bereits kurz davor, ein Angebot zu legen.

 

Nach mehreren teils amüsanten Besichtigungen kam der Anruf eines Interessenten, der das Objekt bereits von seiner Promotionsfeier in den Achtzigerjahren kannte. Er selbst hatte bereits Erfahrung mit historischen Objekten, nachdem sein Büro in einem Innenstadtpalais angesiedelt ist. So gesehen wusste er, dass nicht immer alles so schnell oder leicht zu reparieren geht wie bei einem Neubau. Auch Kunst und Kultur waren ihm nicht fremd, schließlich ist der neue Eigentümer der Gründer des Walter-Koschatzky-Kunstpreises.

 

Burg Greifenstein hat nun endlich jemanden gefunden, der das Kulturgut erhalten und revitalisieren will. Der Unternehmer und Kunstmäzen Ernst C. Strobl kaufte die Burg Greifenstein Mitte Juni. Er möchte sie vorsichtig sanieren und dem Objekt einen „halböffentlichen Charakter“ verleihen.

 

Wir trafen den neuen Eigentümer der Anlage, und er erzählte uns von seinen Visionen. Als Erstes stellte er klar, warum er das Objekt erworben hat: „Ich möchte das historische Kulturgut Österreichs wiederbeleben und erhalten.“ Dass er sich bereits vor dem Kauf zahlreiche Gedanken dazu gemacht hatte, merkte man rasch, denn innerhalb einer Woche nach der Unterzeichnung des Kaufvertrags stattete er der Gemeinde einen Besuch ab, um eine Zusammenarbeit anzukündigen. So kam es auch, dass die EVN schon vor Ort war, um die Stromleitungen zu erneuern, und auch der Kanal wird bereits verlegt. Einer schnellen Revitalisierung soll nichts im Wege stehen.

 

Es ist schön, zu sehen, wenn fachkundig und rasch an die Wiederbelebung eines solchen Kulturguts herangegangen wird. Es gibt jede Menge zu tun, nachdem nach wie vor mehr als vier Jahrzehnte alte Technik aus den Siebzigerjahren vor Ort installiert ist. Ziel des neuen Burgherrn ist es, im August 2018 mit den Umbauarbeiten fertig zu sein. Die Burg soll wieder öffentlich zugänglich gemacht werden, wenn auch nicht täglich. Aber Ernst Strobl kann sich vorstellen, zweimal im Jahr einen Tag der offenen Tür zu veranstalten, an dem alle herzlich eingeladen sind, das einzigartige Wahrzeichen zu besuchen.

 

In weiterer Folge soll ein halböffentlicher Zugang gewährt werden. Darunter ist zu verstehen, dass das einstige Restaurant zu einem Veranstaltungsraum umgestaltet wird, der exklusiv von Firmen zum Beispiel für Presseveranstaltungen angemietet werden kann oder in den Kunst und Kultur temporär einziehen, sprich eine kleine Galerie, die einem exklusiven Publikum vorbehalten sein wird. Aber auch Hochzeiten im kleinen Kreis wären eine Option; hierfür könnte man den Turm mit exklusiven Gästezimmern ausstatten. Und wer träumt nicht davon, nach einer Nacht in einen Burgturm aufzuwachen und mit Blick über die Donau den Sonnenaufgang zu genießen? Diese Aussicht erhält man ansonsten nur vom Millennium Tower oder vom DC Tower – aber das Ambiente ist ein vollkommen anderes.

 

Wichtig ist dem neuen Besitzer auch, die Burganlage, die derzeit noch den Charme eines Ausflugsziels hat, auf die ursprüngliche Bauweise zurückzurenovieren. So ist beispielsweise ein Gewölberaum vorhanden mit einem eindeutigen Indiz dafür, dass hier einst eine Burgkapelle beherbergt war, die zwar bereits im 14. Jahrhundert erwähnt wurde, jedoch über die Jahre weichen musste. Da Greifenstein im 11. Jahrhundert von den Grundherren des Bistums Passau erbaut wurde, beabsichtigt Ernst Strobl, mit dem Bistum in Kontakt zu treten und anzufragen, ob dort Aufzeichnungen über eine Kapelle oder einen Altar aus der damaligen Zeit zu finden sind, denn er würde anhand eventuell vorhandener Unterlagen gerne eine „echte“ neue Kapelle errichten lassen.

 

Auch die Plastikfenster im Turm, wiewohl sie ihren Zweck erfüllten, werden wieder entfernt und durch alte ersetzt, die zu dem betagten Gemäuer passen. Die Fensterfront des früheren Restaurants, die einen Rundumblick von der Burg gewährt, ist mit altem Holz aus den Siebzigern (oder sogar noch älter) verkleidet. Hier wird man vielleicht einen neuen, modernen Bruch durchführen und mit mehr Glas arbeiten – aber selbstverständlich alles im Absprache mit dem Bundesdenkmalamt.

 

Man merkt, Ernst Strobl beweist schon jetzt ein Feingefühl wie kein anderer, um die Burg wieder wachzuküssen. Evelyn Hendrich war froh, in ihm einen neuen Burgherrn gefunden zu haben, der mit höchstem Engagement und entsprechender Kompetenz die altehrwürdige Anlage nach ihrem jahrelangen Schlaf nun wiederbelebt. „Wir haben uns auf Anhieb gut verstanden, und wie es eben so ist: Oft passt der erste Eindruck.“

 

Hendrich Real Estate hat noch ein Dutzend Schlösser, Burgen und Herrenhäuser im Portfolio, die nicht genannt werden dürfen. Auf Anfrage und mit Unterzeichnung einer Vertraulichkeitserklärung rückt Evelyn Hendrich jedoch auch damit heraus. Wer kein Schloss, sondern eine Loftwohnung in der Wiener Innenstadt oder eine Immobilie im Wiener Cottage sucht, darf sich ebenfalls bei Mag.a Hendrich und ihrem Team melden, denn auch hier hat sie ein paar wahre Schätze im Angebot. Hendrich Real Estate beschäftigt zudem einen Spezialisten, der sowohl in Geschichte als auch in Renovierungsfragen perfekt bewandert ist und so der interessierten Klientel tatkräftig zur Seite steht, um auf Mängel wie auch auf Möglichkeiten hinzuweisen.