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Schloss Augarten

Geschichte

Kaiser Matthias ließ im Jahr 1614 im ausgedehnten Gebiet der Donauauen ein Jagdschlösschen samt Lustgarten errichten. Ferdinand III. zeichnete für die erste Erweiterung der Gartenanlage verantwortlich.

 

Um 1677 kaufte Kaiser Leopold I. das Lustschloss, das rund 23 Jahre zuvor von den Trautsons, einem bedeutenden Adelsgeschlecht mit Ursprung in Tirol, auf dem Areal errichtet worden war, ließ es umbauen und legte einen großen Lustgarten an. Gerade einmal sechs Jahre später, man schrieb das Jahr 1683, wurden das Schloss und der Augarten durch die einfallenden Türkenhorden verwüstet. Es vergingen drei Jahrzehnte, bevor Kaiser Karl VI. den einst prächtigen Park erneuern ließ.

 

Erst in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts entstand das heutige Schloss in neuem Glanz. Kaiser Joseph II. vergrößerte den Augarten ein weiteres Mal, ließ zerstörte Gebäude wiederherstellen, neue Pfade und breite Wege anlegen und machte die Parkanlage schließlich 1775 für die Allgemeinheit zugänglich.

Von der Terrasse des Schlossgebäudes aus segnete Papst Pius VI. im Rahmen seines Wien-Besuchs im Jahr 1782 das in Massen herbeigeströmte Volk. Bereits zehn Jahre davor hatte der Hoftraiteur (Leiter der Hofküche) Ignaz Jahn in einem ebenerdigen Restaurantgebäude die sogenannten „Morgenkonzerte“ eingeführt; unter ihren Dirigenten finden sich Namen wie Wolfgang Amadeus Mozart und Ludwig van Beethoven.

Von 1820 bis 1847 wurden die vielbesuchten Erste-Mai-Konzerte aufgeführt. Das originelle Augartenfest „Die Lustfahrt mit der Eisenbahn“ veranstaltete man 1837 anlässlich der Eröffnung der Nordbahnlinie.

1923, fünf Jahre nach dem Ende des Ersten Weltkriegs, wurde das Schloss Augarten (ehemals „Schloss Trautson“) zum Manufakturgebäude der Wiener Porzellanmanufaktur Augarten umgewandelt. 1948 bezogen die Wiener Sängerknaben ihr neues Heim im Palais Augarten.