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ZUR PERSON
Alexander Kottulinsky, Präsident des Burgenverein Östereichs und Geschäftsführer Irm- Kotax
lebt in Wien und Neudau in der Steiermark.

www.burgenverein.at

Präsident Burgenverein Österreich I

Kategorie: Wien

ALEXANDER KOTTULINSKY
Präsident Burgenverein Österreich

Herr Alexander Kottulinsky, warum ist es wichtig, Schlösser und Burgen zu erhalten?

Alexander Kottulinsky: Grundsätzlich haben wir in Österreich einen sehr schönen Bestand historischer Bauten für den es nicht nur wichtig ist, dass er in den letzten hunderten Jahren erhalten wurde, sondern auch für die Zukunft erhalten wird. Gründe dafür ist einerseits der Tourismus, der zu einem großen Teil wegen unserer Kulturgüter nach Österreich kommt und andererseits sind natürlich auch die Besitzer daran interessiert deren Eigentum für die nächsten Generationen zu erhalten.

In den letzten Jahren ist es wohl aber schwieriger geworden, diese Güter zu erhalten, auch durch die geringe finanzielle Unterstützung des Staates.

Alexander Kottulinsky: Grundsätzlich ist die Unterstützung des Staates tatsächlich sehr schlecht in Österreich. Wir haben das Bundesdenkmalamt, welches 40.000 Denkmäler in Verwaltung hat und mit einem Budget von €12 Mio. auskommen muss. Damit kann man sich ausrechnen, wie viel Geld für jedes einzelne Objekt übrig bleibt. Somit sind die Eigentümer selbst dafür zuständig, meist aus privaten Mitteln, diese Objekte zu erhalten. Mein Wunsch hierfür wäre, statt einer Zuwendung des Denkmalamtes eine steuerliche Verbesserung zu ermöglichen. Damit wäre schon vielen Menschen und damit auch den Kulturgütern sehr geholfen.

Für einen Objektbesitzer ist es also auch nicht vertretbar, dass die Erbschaftssteuer wieder eingeführt werden soll.

Alexander Kottulinsky: Die Erbschaftssteuer ist eine gewisse Katastrophe. Die Objekte werden nun mal nicht kleiner. Der klassische land- und forstwirtschaftliche Betrieb tut sich heutzutage sehr schwer, diese Objekte zu erhalten. Noch dazu haben die Besitzer Auflagen des Bundesdenkmalsamtes, die eine gewisse Erhaltungspflicht vorschreiben. Die Eigentümer können und wollen meist nicht die modernsten und billigsten Baumethoden anwenden. Alte Methoden kosten zwar mehr Geld, sind aber für diese Gebäude sinnvoller. Damit ist der Objektbesitzer oft alleingelassen. Das gilt übrigens nicht nur für Schlösser und Burgen, sondern für alle denkmalgeschützten Objekte in Österreich.

Und was beinhaltet die Instandhaltung von Schlössern, was sind die Kostenpunkte?

Alexander Kottulinsky: Das Wichtigste ist immer das Dach, also eine dichte Außenhaut des Gebäudes. Weiters ist die Feuchtigkeit meist ein riesiges Problem, das nur schwer behoben werden kann. Dabei muss vermehrt geheizt werden, wobei ein sehr großer Energieaufwand entsteht.
Damit spreche ich auch den Energieausweis an, den man für vermietete, geschützte Objekte haben muss, der aber ein schwieriges Instrumentarium geworden ist. Es muss sich darum bemüht werden, diese Energiewerte in irgendeine vernünftige Form zu bringen. Mein Ansuchen wäre also, denkmalgeschützte Objekte nicht mit dem Energieausweis zu verpflichten, da diese Gebäude nicht wie moderne Häuser gedämmt werden können. Hier geht die Verordnung an der Idee des Erhaltes vorbei.

Was sind die Erwartungen eines Schlossbesuchers?

Alexander Kottulinsky: Das muss man eher von der anderen Seite sehen: Wozu ist das Objekt geeignet und wozu ist der Besitzer bereit, das Haus zu öffnen. Es gibt welche, die Schlösser mit Wohnungen versehen. Dann gibt es Modelle, bei denen die Schlösser der Öffentlichkeit zugänglich gemacht werden, um Veranstaltungen, wie Seminare oder Hochzeiten zu beherbergen. Viele Schlösser sind inzwischen Schlosshotels geworden. Außerdem gibt es auch immer noch einen sehr großen Anteil, der rein privat genutzt wird, bei denen die finanzielle Kraft noch ausreicht, das Objekt zu erhalten.

Hier geht es zum 2. TEIL des Interviews mit Alexander Kottulinsky