Schlossseiten auf Facebook Schlossseiten auf Facebook Schlossseiten auf Facebook
 
Drucken

Schlosshotel Mailberg
Nr. 1
2024 Mailberg

Schloss Mailberg einst eine Ritterburg heute ein beliebter Ort zur Erholung und Hochzeitsfeiern.

www.schlosshotel-mailberg.at

mehr Infos auf Schlossseiten

SCHLOSS MAILBERG: Die bewegte Geschichte von der Ritterburg zum strahlenden Stern

Kategorie: Niederösterreich

Die Marktgemeinde Mailberg liegt im nordöstlichen Weinviertel im Bezirk Hollabrunn, eingebettet in die sanften Hügellandschaften des Pulkautals. Das kleine Dörfchen wurde im Hochmittelalter im Jahr 1055 erstmals urkundlich erwähnt und begeistert bis heute sowohl Einheimische als auch Besucher durch seine Weinterrassen und pittoresken sowie denkmalgeschützten Kellergassen. In der Mitte des bekannten Weinbauortes mit seinen 574 Einwohnern thront das geschichtsträchtige Schloss, das sich seit mehr als 850 Jahren im Besitz des Souveränen Malteser-Ritter-Ordens befindet. Auf den letzten Kilometern der Landstraße, die an wild-romantischen Weinrieden vorbeiführt, kann man das majestätische Gebäude schon aus der Ferne erspähen.

Zur Entstehungsgeschichte des Schlosses gibt es nur ungenaue Quellen. Der erste bekannte Besitzer war ein niederösterreichischer Adeliger namens Chadolt der Ältere, der am Zweiten Kreuzzug (1145–1149) nach Jerusalem teilnahm, von wo er jedoch nicht mehr zurückkehrte. Weise und umsichtig hatte er ein Testament hinterlassen und darin bestimmt, dass seine Besitzungen nach seinem Tod an den Johanniterorden – den heutigen Malteser-Ritter-Orden – übergehen sollten. Nach Erbstreitigkeiten mit Chadolts Nachkommen beurkundete Kaiser Friedrich I Barbarossa zehn Jahre später am 11. September 1156 den Maltesern den Besitz, denen das Schloss im Laufe der Jahrhunderte als Verwaltungszentrum, Spital und Trutzburg diente.

Über eine Brücke, die über einen tiefen, mit Gras bewachsenen malerischen Schlossgraben führt, vorbei an einer Regenrinne mit Drachenkopf an der Außenfassade, gelangt man durch ein kleines Tor in die Mitte des Schlosshofes. Der schnörkellose Wappenstein in der Tordurchfahrt erinnert an die Verdienste des Malteser Ordensritters Fra‘ Carl Tettauer von Tettau, der in der Zeit um 1594 als Verwalter die Aufgabe einer groß angelegten Renovierung von Kirche und Haupthaus übernahm und dessen Wirken bis heute sichtbar ist.

Das Zusammenspiel zwischen Wehrburg und charmantem Wohnort lässt sich im Innenhof des Schlosses erkennen. Hohe Mauern mit hoch gelegenen Fenstern und einem weitläufigen Hof werden von stilvollen Steintreppen unterbrochen. Die Holzterrasse vor dem Hotel­eingang mit Tischen und Stühlen sowie Schatten spendenden Schirmen lädt zum Verweilen ein. Dahinter, etwas versteckt, befindet sich der Zugang zur Vinothek.

Über eine Treppe, die hinunter in die gewölbeartigen Räume führt, gelangt man zu jenem Ort, an dem die Marke „Mailberg Valley“ zu Hause ist, eine Gütegemeinschaft, zu der sich die Weingüter von Mailberg zusammengeschlossen haben. Sie haben es sich zur Aufgabe gemacht, die Besonderheit der Weine aus der Appellation Mailberg zu unterstützen, und garantieren, dass Produkte mit der kontrollierten Herkunftsbezeichnung „Mailberg Valley“ ausschließlich aus den Mailberger Rieden stammen. Diese Weine zeichnen sich durch ihre typischen Charaktereigenschaften wie hohe Reife, Würzigkeit, Fülle und Bekömmlichkeit aus.

Der Weinbau in Mailberg hat eine lange Tradition und eine lebendige Gegenwart. Heute bewirtschaften neben dem Schlossweingut des Souveränen Malteser-Ritter-Ordens circa 140 Weinbauern etwa 300 Hektar Anbaufläche rund um das Dorf. Das Mailberger „Terroir“ ergibt sich aus dem Zusammenspiel des frischen Klimas im nördlichen Weinviertel mit der geschützten Lage der Weingärten in dem engen Tal. Die kalkhaltigen, mit lehmigem Sand und Löss bedeckten Böden fördern die Reife der Weine und begünstigen die Entwicklung einer feingliedrigen, harmonischen Säure. Die denkmalgeschützten Kellergassen im Dorf sind typisch für die Region und in den Sommermonaten sehr belebt.

Der hintere Teil des malerischen Innenhofes beherbergt eine schmucke Kirche und ein Restaurant. In der strahlend renovierten Barockkirche, die der Gemeinde Mailberg als Pfarrkirche dient, finden neben Exerzitien des Malteser-Ritter-Ordens auch die Aufnahme in den ehrwürdigen Orden und seine karitativen Hilfswerke statt.

Wie heute viele Genussmenschen das Schloss „erobern“, so haben immer wieder mächtige Feldherren versucht, die Wehrburg in ihre Gewalt zu bekommen. Im Jahr 1336 marschierte Johann von Böhmen mit 20 000 Fußsoldaten und 2 000 Reitern ins Pulkautal ein. Matthias Corvinus, König von Ungarn und Böhmen, fiel 1477 mit seinen Truppen ins nördliche Niederösterreich ein und besetzte Mailberg. Politische Bedeutung erhielt das Schloss auch durch Freiherr Ulrich von Eyczing, der gemeinsam mit 250 Herren und Rittern sowie Städtevertretern aus Ober- und Niederösterreich am 14. Oktober 1451 ein Bündnis gegen König Friedrich IV, den späteren Kaiser des Heiligen Römischen Reiches, formierte.

Die letzte Plünderung erlebte Schloss Mailberg nach dem Zweiten Weltkrieg. Seitdem geht es stets bergauf, und in den letzten Jahrzehnten gelang es dem Malteserorden, in den herrschaftlichen Räumen des Schlosses ein über Österreichs Grenzen hinaus geschätztes Vier-Sterne-Hotel zu etablieren. Im Schloss und in dem 2013 gänzlich renovierten Pfarrhof stehen den Gästen 21 herrschaftliche und geschmackvoll eingerichtete Zimmer und Suiten zur Verfügung. Auch sportliche Aktivitäten wie Tennis und Radfahren sind möglich. Im ersten Stock befindet sich das sogenannte „Kaminzimmer“, ein gemütliches Zimmer im Stil des Barock mit einem großen Kamin, das gerne für Trauungen gemietet wird. Der angrenzende geräumige Wappensaal mit seinen zahlreichen Wappen verdienter Malteser Ordensritter, in dem fröhliche Hochzeitsfeste, ausgelassene Geburtstagsfeiern und Sommerevents stattfinden, ist nicht nur für Heraldiker ein Genuss.